Regenwasser filtern: vom Auffangen bis zum Trinkwasser (2026)

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Immer mehr Menschen möchten Regenwasser auffangen und nutzen — für den Garten, den Haushalt oder sogar als Trinkwasser. Das ist verständlich, denn Regenwasser ist kostenlos, reichlich verfügbar und Sie verringern Ihre Abhängigkeit von der Wasserleitung. Aber kann man Regenwasser einfach so trinken? Die kurze Antwort: nicht ohne eine gute Filtration. In diesem Artikel erklären wir, welche Verunreinigungen im Regenwasser vorkommen, welche Wasserfilter geeignet sind und wie Sie Schritt für Schritt aus Regenwasser sicheres Trinkwasser machen.

Inhaltsverzeichnis

Warum Regenwasser filtern?

Es gibt gute Gründe, Regenwasser nicht einfach in die Kanalisation fließen zu lassen. Erstens ist es nachhaltig — Sie nutzen eine natürliche Wasserquelle, die sonst ungenutzt versickert. Zweitens bietet es Unabhängigkeit. Bei anhaltender Trockenheit, Problemen mit der Wasserversorgung oder in Notsituationen haben Sie eine alternative Quelle. Und drittens spart es langfristig Geld, besonders wenn Sie viel Wasser für den Garten oder den Haushalt verbrauchen.

Regenwasser lässt sich für verschiedene Zwecke nutzen:

  • Gartenbewässerung — Pflanzen brauchen keine Trinkwasserqualität. Ungefiltertes Regenwasser ist für den Garten völlig ausreichend.
  • Haushalt — Nach einer Grundfiltration können Sie Regenwasser für die Waschmaschine, die Toilettenspülung oder zum Putzen verwenden.
  • Trinkwasser — Das erfordert die größte Sorgfalt. Sie benötigen ein gutes Wasserfiltersystem, das Bakterien, chemische Stoffe und andere Verunreinigungen entfernt.

Besonders der letzte Punkt — Regenwasser als Trinkwasser — erfordert die richtige Herangehensweise. Darauf gehen wir in diesem Artikel ausführlich ein.

Ist Regenwasser trinkbar?

Nein, nicht ohne Behandlung. Obwohl Regenwasser als Wasserdampf hoch in der Atmosphäre relativ rein beginnt, sammelt es auf dem Weg nach unten verschiedene Verunreinigungen. Sobald es auf Ihr Dach fällt und über die Regenrinne in Ihren Auffangtank gelangt, ist das Wasser nicht mehr sauber.

Die wichtigsten Risiken von ungefiltertem Regenwasser:

  • Bakterien und Parasiten — Vogel- und Tierkot auf Ihrem Dach enthält Krankheitserreger wie E. coli, Salmonellen und Giardien.
  • Schwermetalle — Dacheindeckung, Regenrinnen und Leitungen können Blei, Zink oder Kupfer an das Wasser abgeben.
  • Chemische Stoffe — Industrieabgase, Feinstaub und Pestizide aus der Luft gelangen mit den Regentropfen nach unten.
  • Mikroorganismen — In einem Auffangtank können Algen und Schimmelpilze wachsen, besonders bei höheren Temperaturen.

Wichtig: Trinken Sie niemals ungefiltertes Regenwasser, auch wenn es klar aussieht. Viele Verunreinigungen sind unsichtbar.

Welche Verunreinigungen enthält Regenwasser?

Um zu verstehen, welchen Filtertyp Sie brauchen, ist es hilfreich zu wissen, was genau im Regenwasser enthalten sein kann:

Bakterien und Mikroorganismen — Das ist das größte Gesundheitsrisiko. Vogelkot auf Ihrem Dach enthält Bakterien wie E. coli und Campylobacter. In stehendem Wasser in Ihrem Auffangtank können sich zudem Legionellen bilden. Ein guter Wasserfilter muss diese zuverlässig entfernen.

Sediment und Schwebstoffe — Blattreste, Sand, Insekten und anderer grober Schmutz gelangen über das Fallrohr in Ihr Auffangsystem. Das trübt das Wasser und verstopft feinere Filter, wenn Sie es nicht zuerst entfernen.

Dachverunreinigungen — Das Material Ihres Daches macht einen Unterschied. Zinkrinnen geben Zink ab, alte Dachziegel können Blei enthalten und Bitumendächer geben organische Stoffe ab. Asbesthaltige Dachplatten sind grundsätzlich nicht für die Wassergewinnung geeignet.

Atmosphärische Verschmutzung — Regenwasser nimmt Feinstaub, Stickoxide und Schwefeldioxid aus der Luft auf. In der Nähe von Autobahnen, Industriegebieten oder landwirtschaftlichen Flächen ist diese Belastung höher. In Städten kann Regenwasser auch PFAS enthalten — dieselben Stoffe, über die es zunehmend Bedenken auch im Leitungswasser gibt.

Pestizide und Herbizide — In ländlichen Gebieten können Pflanzenschutzmittel mit dem Regen herabfallen. Die Konzentrationen sind in der Regel gering, aber Sie möchten sie nicht in Ihrem Trinkwasser haben.

Regenwasser zu Trinkwasser filtern: Welche Filter funktionieren?

Nicht jeder Wasserfilter ist für Regenwasser geeignet. Da Regenwasser — im Gegensatz zu Leitungswasser — Bakterien und Mikroorganismen enthalten kann, benötigen Sie einen Filter, der auch diese entfernt. Hier sind die Möglichkeiten:

Schwerkraftfilter — die beste Wahl für zu Hause

Schwerkraftfilter sind unserer Meinung nach die ideale Lösung zum Filtern von Regenwasser zu Hause. Sie funktionieren ohne Strom oder Wasserdruck: Sie gießen das Wasser in das obere Reservoir und die Schwerkraft erledigt den Rest.

Marken wie British Berkefeld und Aqualine verwenden Keramikfilterelemente, die Bakterien, Parasiten, Schwermetalle und chemische Stoffe entfernen. Die Filterporen sind so klein (typisch 0,2 bis 0,9 Mikrometer), dass nahezu alle Krankheitserreger zurückgehalten werden.

Vorteile für Regenwasser:

  • Entfernen Bakterien (99,99%+), Schwermetalle und Chemikalien
  • Kein Strom oder Wasserdruck erforderlich
  • Große Kapazität (6 bis 12 Liter pro Füllung)
  • Langlebig (Filterelemente alle 6-12 Monate wechseln)

Tragbare Wasserfilter — für kleinere Mengen

Brauchen Sie kein großes System oder möchten Sie auch unterwegs Regenwasser filtern können? Dann sind tragbare Wasserfilter eine gute Option. Marken wie Sawyer und Katadyn stellen kompakte Filter her, die Bakterien und Parasiten sehr effektiv entfernen.

Der Sawyer Micro Squeeze filtert beispielsweise bis zu 99,99999% aller Bakterien aus dem Wasser. Sie können ihn direkt auf eine Wasserflasche schrauben oder mit dem mitgelieferten Trinkbeutel verwenden. Praktisch, wenn Sie Regenwasser beim Camping auffangen oder als Notfallvorsorge nutzen.

Tipp: Tragbare Filter sind auch eine wertvolle Ergänzung Ihres Notfallpakets. In einer Notsituation ist Regenwasser oft die am leichtesten zugängliche Wasserquelle.

UV-Desinfektion — tötet Bakterien, filtert aber nicht

SteriPen-Produkte nutzen UV-C-Licht, um Bakterien, Viren und Parasiten im Wasser abzutöten. Das ist wirksam gegen biologische Verunreinigungen, aber es gibt einen wichtigen Unterschied zu echten Filtern: UV-Desinfektion entfernt keine chemischen Stoffe, Schwermetalle oder Sedimente aus dem Wasser.

Für Regenwasser ist UV-Desinfektion daher am besten als Ergänzung zu einem physischen Filter geeignet, nicht als einzige Behandlung. Verwenden Sie zuerst einen Filter, um Partikel und chemische Stoffe zu entfernen, und nutzen Sie anschließend bei Bedarf einen SteriPen für zusätzliche Sicherheit gegen Bakterien.

Was funktioniert NICHT für Regenwasser?

Gewöhnliche Filterkannen von Marken wie BRITA oder ZeroWater sind nicht geeignet für Regenwasser. Diese Kannen sind dafür konzipiert, Geschmack und Geruch von Leitungswasser zu verbessern — sie entfernen Chlor, Kalk und einige Schwermetalle. Sie sind jedoch nicht für die Entfernung von Bakterien und Parasiten zertifiziert.

Verwenden Sie eine Filterkanne also nur für Leitungswasser, das bereits vom Wasserversorger aufbereitet wurde. Für Regenwasser benötigen Sie ein robusteres System.

Schritt für Schritt: Regenwasser filtern

Möchten Sie mit dem Filtern von Regenwasser beginnen? Befolgen Sie diese Schritte:

Schritt 1: Fangen Sie Regenwasser in einem sauberen Behälter auf Verwenden Sie eine saubere Regentonne oder einen Auffangtank, den Sie an Ihr Fallrohr anschließen. Achten Sie darauf, dass der Behälter einen Deckel hat, um Blätter, Insekten und Tierkot fernzuhalten. Ein sogenanntes “First Flush”-System, das die ersten Liter Regenwasser (die den meisten Schmutz vom Dach spülen) ableitet, ist eine wertvolle Ergänzung.

Schritt 2: Lassen Sie das Wasser absetzen Lassen Sie das aufgefangene Wasser mindestens 24 Stunden stehen, damit schwerere Partikel wie Sand und Sediment auf den Boden sinken. Entnehmen Sie anschließend Wasser aus dem oberen Teil des Behälters.

Schritt 3: Vorfiltern mit einem Tuch oder Kaffeefilter Gießen Sie das Wasser durch ein sauberes Baumwolltuch oder einen Kaffeefilter, um groben Schmutz zu entfernen. Das schützt Ihren Wasserfilter vor Verstopfung und verlängert die Lebensdauer des Filterelements.

Schritt 4: Filtern Sie mit einem geeigneten Wasserfiltersystem Gießen Sie das vorgefilterte Wasser in Ihren Schwerkraftfilter oder verwenden Sie einen tragbaren Filter. Lassen Sie das Wasser vollständig durch das Filterelement laufen, bevor Sie es trinken.

Schritt 5: Bewahren Sie gefiltertes Wasser in einem sauberen, verschlossenen Behälter auf Füllen Sie eine saubere Glasflasche oder einen Kanister mit dem gefilterten Wasser und verschließen Sie diesen gut. Bewahren Sie das Wasser kühl und dunkel auf. Verwenden Sie gefiltertes Wasser vorzugsweise innerhalb von 2-3 Tagen.

Tipp: Reinigen Sie Ihr Auffangsystem regelmäßig. Eine saubere Regentonne und saubere Rinnen sorgen für ein saubereres Ausgangsmaterial und weniger Belastung für Ihren Wasserfilter.

Wasserfilter für Regenwasser: unsere Empfehlungen

Auf Basis von Filterkapazität, Benutzerfreundlichkeit und Eignung für Regenwasser empfehlen wir die folgenden Wasserfilter:

British Berkefeld 8,5 Liter — unsere Top-Empfehlung

Der British Berkefeld 8,5 Liter ist ein Edelstahl-Schwerkraftfilter mit Keramikfilterelementen. Dieser Filter entfernt Bakterien (99,99%), Schwermetalle, Chlor und chemische Stoffe. Mit einer Kapazität von 8,5 Litern ist er für einen Haushalt mit 2-4 Personen geeignet. Kein Strom nötig, wartungsarm und jahrelang einsetzbar.

Sawyer Micro Squeeze — beste tragbare Option

Der Sawyer Micro Squeeze ist ein kompakter Filter, der 99,99999% aller Bakterien und 99,9999% aller Protozoen entfernt. Er wiegt nur 57 Gramm und filtert bis zu 360.000 Liter Wasser. Ideal, wenn Sie Regenwasser unterwegs filtern oder als Backup für zu Hause nutzen möchten.

Katadyn Pocket — für den Langzeiteinsatz

Der Katadyn Pocket ist ein professioneller Handpumpenfilter aus Schweizer Fertigung. Das Keramikfilterelement hat eine Lebensdauer von 50.000 Litern und entfernt Bakterien und Protozoen zuverlässig. Dieser Filter ist für jahrelangen Einsatz unter schwierigen Bedingungen gebaut und wird unter anderem von Hilfsorganisationen und Expeditionen eingesetzt.

Regenwasser vs. Leitungswasser filtern

Es gibt einen wichtigen Unterschied zwischen dem Filtern von Regenwasser und Leitungswasser. Leitungswasser in Deutschland ist bereits vom Wasserversorger aufbereitet. Es ist bakteriologisch sicher und erfüllt strenge Qualitätsnormen. Menschen filtern Leitungswasser hauptsächlich, um den Geschmack zu verbessern oder um verbliebene Stoffe wie Chlor, Kalk oder PFAS zu entfernen. Dafür genügt eine Filterkanne oder ein Wasserhahn-Filter.

Regenwasser hingegen ist nicht aufbereitet. Es kann Bakterien, Parasiten und chemische Stoffe enthalten. Hier benötigen Sie einen Filter, der speziell auch Mikroorganismen entfernt — und das ist eine ganz andere Kategorie als eine Filterkanne.

Kurz zusammengefasst:

LeitungswasserRegenwasser
BakterienNein (bereits aufbereitet)Ja, möglicherweise vorhanden
Geeigneter FilterFilterkanne, Wasserhahn-FilterSchwerkraftfilter, tragbarer Filter
Hauptziel der FiltrationGeschmack, Chlor, PFASBakterien, Schwermetalle, Chemikalien

Mehr über das Filtern von Leitungswasser erfahren Sie auf unserer Seite zu Schwerkraftfiltern.


Häufig gestellte Fragen

Kann ich Regenwasser nach dem Filtern trinken?

Ja, vorausgesetzt Sie verwenden einen Wasserfilter, der Bakterien, Parasiten und chemische Stoffe entfernt. Schwerkraftfilter wie der British Berkefeld oder tragbare Filter wie der Sawyer Micro Squeeze sind dafür geeignet. Eine gewöhnliche Filterkanne reicht nicht aus.

Welcher Wasserfilter ist der beste für Regenwasser?

Für den Hausgebrauch empfehlen wir einen Schwerkraftfilter wie den British Berkefeld 8,5 Liter. Für unterwegs oder kleinere Mengen ist der Sawyer Micro Squeeze eine ausgezeichnete Wahl. Beide entfernen Bakterien zuverlässig.

Was kostet ein Wasserfilter für Regenwasser?

Tragbare Filter wie der Sawyer Micro Squeeze kosten etwa 30-40 Euro. Schwerkraftfilter wie der British Berkefeld liegen zwischen 150 und 300 Euro, je nach Modell. Bedenken Sie, dass die Filterelemente viele tausend Liter halten, wodurch die Kosten pro Liter sehr gering sind.

Darf man in Deutschland Regenwasser auffangen?

Ja, in Deutschland dürfen Sie Regenwasser für den Eigengebrauch auffangen. Für eine Regentonne oder einen Auffangtank ist keine Genehmigung erforderlich. Bei größeren Anlagen können jedoch örtliche Vorschriften gelten. Informieren Sie sich bei Ihrer Gemeinde, wenn Sie ein größeres Auffangsystem planen.

Kann ich eine BRITA Filterkanne für Regenwasser verwenden?

Nein, davon raten wir ab. BRITA Filterkannen sind für Leitungswasser konzipiert und entfernen keine Bakterien oder Parasiten. Für Regenwasser benötigen Sie einen Filter mit einer Porengröße von maximal 0,2 Mikrometern, wie einen keramischen Schwerkraftfilter oder einen Sawyer-Filter.

Wie lange ist gefiltertes Regenwasser haltbar?

Gefiltertes Regenwasser bewahren Sie am besten in einem sauberen, verschlossenen Behälter an einem kühlen und dunklen Ort auf. Verwenden Sie es vorzugsweise innerhalb von 2-3 Tagen. Danach können erneut Bakterien im Wasser wachsen, besonders wenn es nicht kühl gelagert wird.

Fazit

Regenwasser zu Trinkwasser zu filtern ist durchaus möglich, aber Sie brauchen den richtigen Wasserfilter. Gewöhnliche Filterkannen sind nicht geeignet — Sie benötigen einen Filter, der Bakterien und Parasiten entfernt. Schwerkraftfilter wie der British Berkefeld sind die beste Wahl für zu Hause, während tragbare Filter wie der Sawyer Micro Squeeze ideal für unterwegs oder als Notfallvorsorge sind.

Mit der richtigen Kombination aus Auffangen, Absetzen, Vorfiltration und einem guten Wasserfiltersystem machen Sie aus Regenwasser sicheres Trinkwasser. Nachhaltig, unabhängig und langfristig günstiger als Flaschenwasser.

Entdecken Sie unsere Schwerkraftfilter oder besuchen Sie unsere Markenübersicht, um den richtigen Filter für Ihre Situation zu finden.

Monique

Monique

Waterfilter specialist en redacteur bij AlleWaterfilters.nl. Beoordeelt en vergelijkt al meer dan 3 jaar waterfilters op filtratie, gebruiksgemak en prijs-kwaliteit. Schrijft op basis van fabrikantdata, onafhankelijke tests en praktijkervaring.

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